Das Wichtigste in Kürze
Welche Karomuster gibt es?
Karos unterscheiden sich in Größe, Farbigkeit und Herkunft. Hier die wichtigsten im Kurzüberblick, ausführlich erklärt im Ratgeber zu den Tweed-Mustern.
-
Tartan: kräftiges, mehrfarbiges Schottenkaro mit Bezug zu den Clans, etwa das dunkle Black Watch.
-
Glencheck: feines, dezentes Karo, oft mit zartem Überkaro (Prince of Wales), sehr bürotauglich.
-
Tattersall: feines Gitter aus zwei Farben auf hellem Grund, klassisch für Country-Hemden und Westen.
-
Hahnentritt: kleines, gebrochenes Karo mit gezackter Struktur, auch Pied de poule genannt.
-
Vichy: gleichmäßiges Zweifarben-Karo auf Weiß, leger und sommerlich.
-
Fensterkaro (Windowpane): große, dünne Linien wie Fensterrahmen, markant und modern.
Was ist Tattersall?
Tattersall bezeichnet ein regelmäßiges Gittermuster aus dünnen Linien in zwei abwechselnden Farben auf hellem Grund. Sein Name geht auf den Londoner Pferdemarkt Tattersall zurück, wo ähnlich gemusterte Pferdedecken verwendet wurden. Heute ist Tattersall vor allem für Country-Hemden und karierte Westen typisch und ein fester Bestandteil des britischen Landhausstils.

Herrenhemd ‚,Steward'‘ mit Button-Down-Kragen – tattersall
Karos richtig kombinieren: die Grundregeln
Damit ein Karo wirkt und nicht unruhig erscheint, helfen vier einfache Regeln.
Eine ruhige Basis wählen. Kombinieren Sie ein Karo mit einfarbigen, gedeckten Teilen. So bekommt das Muster Raum und das Outfit bleibt ausgewogen.
Ein Statement-Karo pro Outfit. Setzen Sie auf ein auffälliges Karo als Blickfang, etwa ein Sakko oder eine Weste, und halten Sie den Rest zurückhaltend.
Größen kontrastieren. Wenn Sie mehrere Muster tragen, sollten sich deren Größen deutlich unterscheiden. Ein feines Muster neben einem großen wirkt harmonischer als zwei ähnlich große.
Die Farbwelt begrenzen. Bleiben Sie bei wenigen, aufeinander abgestimmten Farben. Greifen Sie eine Farbe aus dem Karo für die übrigen Teile auf.
Profitipp: Im Zweifel gilt bei Karos: reduzieren. Ein einziges gut sitzendes Karo-Teil auf ruhigem Grund wirkt immer souveräner als mehrere Muster gleichzeitig.
Karo mit Karo kombinieren
Karo mit Karo ist möglich, verlangt aber ein sicheres Auge. Der Schlüssel liegt im Größenkontrast: Ein großes Karo, etwa ein Glencheck-Sakko, verträgt sich mit einem deutlich kleineren Karo, etwa einem feinen Tattersall-Hemd. Bleiben beide in einer verwandten, gedeckten Farbwelt, entsteht ein stimmiges Bild. Zwei gleich große, kräftige Karos nebeneinander wirken dagegen schnell unruhig.

Harris Tweed Sakko "London" in Blackwatch mit Karohemd
Welches Karo ist bürotauglich?
Fürs Büro eignen sich feine, dezente Karos. Ein Glencheck-Sakko in Grau oder Anthrazit wirkt seriös und dennoch individuell, ebenso ein feines Tattersall-Hemd unter einem einfarbigen Sakko. Kräftige Tartans bleiben besser dem Freizeit- und Country-Kontext vorbehalten oder werden nur als kleiner Akzent eingesetzt, etwa über einen Schal. Der Glencheck stammt übrigens vom schottischen Anwesen Glenurquhart; mit einem farbigen Überkaro wird er zum Prince of Wales, den der spätere Herzog von Windsor populär machte.
Karo-Sakko kombinieren: Welche Hose passt?
Ein Karo-Sakko ist der Blickfang, daher gehört dazu eine einfarbige Hose. Gut passen eine graue oder anthrazitfarbene Flanellhose, eine Cordhose in gedecktem Ton oder eine Chino. Greifen Sie eine Farbe aus dem Karo des Sakkos auf, dann wirkt das Outfit wie aus einem Guss. Eine ebenfalls gemusterte Hose würde mit dem Sakko konkurrieren und sollte vermieden werden.
Looks mit Karos
Vier Beispiele zeigen, wie sich Karos für unterschiedliche Anlässe und für Damen wie Herren tragen lassen.
Glencheck-Sakko fürs Büro
Ein Glencheck-Sakko zu weißem Hemd, einer anthrazitfarbenen Hose und dezenter Krawatte ergibt einen seriösen, aber nicht langweiligen Business-Look. Ein feines Einstecktuch in einer Farbe aus dem Karo rundet ihn ab.
Tattersall im Country-Look
Ein Tattersall-Hemd mit einer karierten Weste oder unter einem Tweed-Sakko und dazu eine Cordhose ergibt einen klassischen Country-Look.
Tartan als Akzent
Wer es kräftiger mag, setzt ein Tartan-Detail wie einen Schal oder eine karierte Hose gezielt als Akzent zu ansonsten ruhigen, einfarbigen Teilen ein. So bleibt das kräftige Muster ein bewusster Blickfang.
Karos für Damen
Für Damen funktioniert das Prinzip genauso. Ein karierter Blazer zu einer einfarbigen Hose oder ein karierter Rock zu schlichtem Strick ergibt einen klaren, femininen Country-Look.
Karo-Hemd kombinieren
Das Karo-Hemd ist der unkomplizierteste Einstieg in das Muster. Ein feines Tattersall- oder Vichy-Hemd trägt sich zu einer einfarbigen Hose oder Chino ebenso wie unter einem einfarbigen Sakko oder Pullover. Wichtig ist auch hier eine ruhige Umgebung: Zum gemusterten Hemd bleiben Hose und Oberteil am besten schlicht. Zum feinen Strickpullover schaut der Kragen des Karo-Hemds dezent heraus und setzt einen wohnlichen Akzent.

Herrenhemd "Steward" mit Button-Down-Kragen – the shirt
Karos nach Saison
Karos begleiten durch das ganze Jahr, wechseln aber mit der Saison. Im Herbst und Winter kommen wärmere, kräftigere Karos aus Tweed und Wolle wie Tartan und Glencheck zur Geltung. Im Frühjahr und Sommer sind leichtere, hellere Karos wie Vichy und feines Tattersall angenehmer. Der Glencheck funktioniert dank seiner Zurückhaltung ganzjährig.
Farben und Karos: passende Kombinationen
Karos wirken am besten in einer abgestimmten Farbwelt. Ein grauer Glencheck lässt sich mit Weiß, Hellblau und einem dezenten Bordeaux- oder Blau-Akzent kombinieren. Ein grün-blaues Black-Watch-Tartan harmoniert mit Marine, Creme und Braun. Bei Tattersall greifen Sie eine der beiden Gitterfarben für Weste oder Krawatte auf. Grundsätzlich gilt: Je kräftiger das Karo, desto ruhiger und gedeckter sollten die Begleitfarben ausfallen.
Häufige Fehler beim Kombinieren von Karos
Ein paar Fehler lassen sich leicht vermeiden. Der häufigste ist, zu viele Muster gleichzeitig zu tragen, sodass das Outfit unruhig wirkt. Ebenso ungünstig sind zwei gleich große, kräftige Karos nebeneinander oder zu viele konkurrierende Farben.
Karierte Klassiker von Wellington of Bilmore
Wellington of Bilmore führt karierte Klassiker vom Karo-Sakko über die karierte Weste bis zur karierten Hose, dazu Damenmodelle. Mehr zum Kombinieren von Sakkos lesen Sie im Ratgeber zu Sakko und Blazer.
Häufige Fragen zu Karomustern
Welche Karomuster gibt es?+
Zu den wichtigsten Karomustern zählen Tartan, Glencheck, Tattersall, Hahnentritt und Vichy. Sie unterscheiden sich in Größe, Farbigkeit und Herkunft.
Wie kombiniert man Karos, ohne dass es unruhig wirkt?+
Wählen Sie eine ruhige, einfarbige Basis, setzen Sie auf ein einziges Statement-Karo, kontrastieren Sie die Größen und begrenzen Sie die Farbwelt.
Kann man Karo mit Karo kombinieren?+
Ja, wenn sich die Größen deutlich unterscheiden. Ein großes Karo verträgt sich mit einem deutlich kleineren, solange die Farbwelt zusammenpasst.
Was ist Tattersall?+
Tattersall ist ein feines Gittermuster aus zwei Farben auf hellem Grund. Es stammt vom Londoner Pferdemarkt Tattersall und ist typisch für Country-Hemden und Westen.
Wozu passt Glencheck?+
Glencheck ist dezent und sehr vielseitig. Als Sakko passt es ins Büro und zu einfarbigen Hosen, und es lässt sich gut mit feinen Mustern kombinieren.
Welches Karo ist bürotauglich?+
Feine Karos wie Glencheck und Tattersall sind bürotauglich. Kräftige Tartans bleiben besser dem Freizeitkontext vorbehalten oder dienen als kleiner Akzent.
Welche Hose passt zum Karo-Sakko?+
Zum Karo-Sakko passt eine einfarbige Hose, etwa eine graue Flanellhose, eine Cordhose oder eine Chino in einer Farbe aus dem Karo.












