Schurwolle: Eigenschaften, Unterschiede und Pflege - Wellington of Bilmore

Schurwolle: Eigenschaften, Unterschiede und Pflege

Schurwolle ist die Grundlage vieler hochwertiger Kleidungsstücke, von Tweed über Strick bis zum Wollmantel. Doch was genau steckt hinter dem Begriff, und worin unterscheidet sich Schurwolle von Wolle und von Merinowolle? Dieser Ratgeber erklärt Definition, Eigenschaften und die richtige Pflege der Faser.

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Zuletzt aktualisiert am 24. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Schurwolle ist Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren wird.
  • Der Begriff grenzt sie von recycelter Wolle (Reißwolle) ab.
  • Merinowolle ist eine besonders feine Art der Schurwolle.
  • Schurwolle wärmt, reguliert Feuchtigkeit und ist geruchshemmend.
  • Gewaschen wird Schurwolle schonend im Woll- oder Handwaschgang.

Was ist Schurwolle?

Schurwolle ist Wolle, die durch das Scheren lebendiger Schafe gewonnen wird. Der Begriff beschreibt also die Herkunft der Faser, nicht die Schafrasse. Es handelt sich um neue, unbenutzte Wolle, die direkt vom Tier stammt und nicht aus wiederverwerteten Textilien.

Damit ist Schurwolle die klassische Naturfaser hinter vielen Heritage-Materialien. Ob als Tweed, als feiner Strick oder als Wollmantel: In hochwertiger Bekleidung ist meist Schurwolle verarbeitet.

Woher kommt Schurwolle? Vom Schaf zur Faser

Schurwolle entsteht durch das Scheren der Schafe, das in der Regel ein- bis zweimal im Jahr erfolgt und bei fachgerechter Durchführung schonend für die Tiere ist. Nach der Schur wird das Vlies sortiert, gereinigt und gewaschen, bevor es zu Garn gesponnen wird. Wichtige Herkunftsländer sind unter anderem Australien, Neuseeland und Großbritannien.

Die Qualität der Wolle hängt von der Schafrasse, der Haltung und der Sorgfalt bei der Verarbeitung ab. Aus feinen, langen Fasern entsteht ein besonders hochwertiges, gleichmäßiges Garn, das sich gut verarbeiten lässt und langlebig ist. Kurze Fasern hingegen sorgen für Pilling.

Unterschied zwischen Wolle und Schurwolle

Der Begriff Wolle ist weiter gefasst als Schurwolle. Als Wolle kann auch recycelte Faser bezeichnet werden, die aus alten Textilien zurückgewonnen wurde, die sogenannte Reißwolle. Solche Fasern sind durch die Wiederverwertung oft kürzer und weniger widerstandsfähig.

Schurwolle dagegen bezeichnet ausdrücklich neue Wolle vom lebenden, geschorenen Schaf. Die Faser ist unbeschädigt, lang und elastisch. Genau deshalb ist die Kennzeichnung Schurwolle ein Qualitätshinweis, der für frische, hochwertige Wolle steht.

Was bedeutet 100 % Schurwolle?

Die Angabe 100 % Schurwolle oder reine Schurwolle bedeutet, dass ein Kleidungsstück vollständig aus neuer, geschorener Wolle besteht, abgesehen von geringen herstellungsbedingten Toleranzen. Es enthält also keine recycelten Fasern und keine nennenswerten Beimischungen anderer Materialien.

Ein bekanntes Zeichen für reine Schurwolle ist das Wollsiegel. Es signalisiert, dass die verarbeitete Wolle den Reinheits- und Qualitätsanforderungen entspricht. Für den Käufer ist die Angabe damit ein verlässlicher Hinweis auf ein hochwertiges Wollprodukt.

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Schurwolle oder Merinowolle?

Eine häufige Frage ist, ob Schurwolle und Merinowolle dasselbe sind. Die Antwort: Merinowolle ist eine besonders feine Art der Schurwolle, die vom Merinoschaf stammt. Jede Merinowolle ist also Schurwolle, aber nicht jede Schurwolle ist Merinowolle.

Der Unterschied liegt in der Feinheit der Faser. Merinowolle hat einen sehr geringen Faserdurchmesser, meist unter 24 Mikron, und ist dadurch besonders weich und hautfreundlich. Klassische Schurwolle kann je nach Schafrasse etwas gröber ausfallen. Für weiche Stücke direkt auf der Haut ist Merinowolle die feinere Wahl, während robustere Schurwolle für strapazierfähige Stoffe wie Tweed geschätzt wird. Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber zur Merinowolle.

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Eigenschaften von Schurwolle

Schurwolle besteht aus dem Protein Keratin und trägt von Natur aus etwas Wollfett, das Lanolin. Ihre feine, natürliche Kräuselung, im Fachjargon Crimp genannt, schließt Luft ein und verleiht der Faser viele ihrer Eigenschaften. Diese machen Schurwolle zu einer besonders geschätzten Naturfaser.

Wärme und Temperaturregulierung

Die gekräuselte Faser schließt viel Luft ein und wärmt dadurch sehr gut. Zugleich reguliert Schurwolle die Temperatur und fühlt sich weder zu warm noch zu kühl an.

Feuchtigkeitsregulierung

Schurwolle kann bis zu etwa 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen, und gibt sie langsam wieder ab. So bleibt das Tragegefühl auch bei wechselnden Bedingungen angenehm trocken.

Geruchshemmend und selbstreinigend

Schurwolle ist von Natur aus geruchshemmend. Häufig genügt es, ein Wollstück auszulüften, statt es zu waschen. Das schont die Faser und erhält die Form.

Elastisch und formstabil

Durch ihre natürliche Kräuselung ist Schurwolle elastisch und kehrt nach dem Tragen in ihre Form zurück. Falten hängen sich oft von selbst wieder aus.

Wärmt auch in feuchtem Zustand

Eine Besonderheit ist, dass Schurwolle auch dann noch wärmt, wenn sie feucht ist. Diese Eigenschaft macht sie zu einem verlässlichen Material für die kühle und wechselhafte Jahreszeit.

Schwer entflammbar

Wolle ist von Natur aus schwer entflammbar. Sie entzündet sich nur schwer, brennt kaum von selbst weiter und schmilzt nicht wie viele synthetische Fasern. Das macht Schurwolle zu einem sicheren und wohnlichen Material.

Schmutzabweisend und knitterarm

Die Oberfläche der Schurwolle ist von Natur aus schmutzabweisend, und kleinere Falten hängen sich beim Lüften oft von selbst wieder aus. Das macht Wollkleidung im Alltag pflegeleicht und angenehm reisetauglich.

Vorteile von Schurwolle auf einen Blick

  • Wärmend und temperaturregulierend

  • Nimmt Feuchtigkeit auf, ohne sie sich nass anfühlt

  • Geruchshemmend und selbstreinigend durch Auslüften

  • Elastisch und formstabil durch die natürliche Kräuselung

  • Wärmt auch in feuchtem Zustand

  • Schmutzabweisend und knitterarm

  • Von Natur aus schwer entflammbar

Ist Schurwolle kratzig?

Ob Schurwolle kratzt, hängt vor allem von der Feinheit der Faser ab. Als grober Richtwert gilt: Fasern über etwa 25 bis 30 Mikron können auf empfindlicher Haut kratzen, feine Qualitäten wie Merinowolle liegen deutlich darunter. Ein Kratzen ist also kein Zeichen für schlechte Qualität, sondern eine Frage der Faserstärke. Wer empfindlich reagiert, greift zu feiner Schurwolle oder trägt ein Kleidungsstück darunter.

Schurwolle in der Kleidung

In der Bekleidung ist Schurwolle vielseitig einsetzbar. Als Harris Tweed bildet sie die Grundlage für robuste Sakkos und Mäntel, als feiner Strick sorgt sie für wärmende Pullover und Cardigans, und im Wollmantel verbindet sie Wärme mit einer klaren Silhouette. Je nach Faserstärke reicht das Spektrum von robusten, strukturierten Stoffen bis zu weichen, feinen Qualitäten.

Schurwolle, Merinowolle und Kaschmir im Überblick

Schurwolle ist der Oberbegriff für neue Wolle vom geschorenen Schaf. Merinowolle ist eine besonders feine Schurwolle vom Merinoschaf und dadurch weicher. Kaschmir stammt dagegen nicht vom Schaf, sondern vom feinen Unterhaar der Kaschmirziege und zählt zu den Edelhaaren. Kurz gesagt: Merinowolle ist eine Art der Schurwolle, Kaschmir ist eine eigene, besonders feine Faser.

Lambswool: Schurwolle aus der ersten Schur

Ein häufiger Begriff ist Lambswool. Dabei handelt es sich um besonders weiche Schurwolle aus der ersten Schur eines jungen Lamms. Diese Wolle ist feiner und weicher als spätere Schuren und wird gern für hochwertigen, angenehm zu tragenden Strick verwendet.

Nachhaltigkeit von Schurwolle

Schurwolle gilt als vergleichsweise nachhaltige Faser. Sie ist ein nachwachsender Rohstoff, biologisch abbaubar und bei guter Pflege über viele Jahre haltbar. Gerade diese Langlebigkeit ist ein wichtiger Nachhaltigkeitsaspekt, denn ein Kleidungsstück, das lange getragen wird, schont Ressourcen.

Beim Tierwohl lohnt ein Blick auf Herkunft und Siegel. Standards wie mulesingfreie Wolle oder der Responsible Wool Standard geben Hinweise auf eine verantwortungsvolle Tierhaltung. Wer auf Qualität und Herkunft achtet, verbindet die Vorzüge der Faser mit einem verantwortungsbewussten Kauf.

Schurwolle waschen und pflegen: Schritt für Schritt

Schurwolle ist pflegeleicht, wenn Sie schonend vorgehen. Vier Schritte erhalten Weichheit und Form. Meist ist das Waschen nicht nötig, sondern ein Auslüften und punktuelles Entfernen kleiner Flecken ausreichend.

1

Pflegeetikett prüfen und lüften. Maßgeblich sind die Angaben auf dem Etikett. Oft reicht Auslüften an der frischen Luft oder das Einfrieren über Nacht, um Gerüche zu entfernen, ganz ohne Wäsche.

2

Schonend waschen. Waschen Sie Schurwolle von Hand oder im Wollwaschgang bei etwa 30 Grad mit einem milden Wollwaschmittel. Verzichten Sie auf normalen Weichspüler, da er die Faser beschädigen kann.

3

Nicht wringen. Drücken Sie das Wasser vorsichtig heraus, damit die Faser nicht verfilzt.

4

In Form ziehen und liegend trocknen. Ziehen Sie das Stück in feuchtem Zustand in Form und trocknen Sie es liegend auf einem Handtuch. Geben Sie Schurwolle nicht in den Trockner, da sie sonst verfilzen und einlaufen kann.

Zur Pflege gehört auch die richtige Lagerung. Bewahren Sie Schurwolle sauber, trocken und vor Motten geschützt auf und falten Sie Strick, statt ihn zu hängen, damit er sich nicht verzieht. Über den Sommer eingelagerte Stücke lüften Sie zwischendurch und kontrollieren sie gelegentlich.

Unser Rat: Beim Einlagern über den Sommer sollten Sie Wollstücke vor Kleidermotten schützen. Wie das gelingt, lesen Sie im Ratgeber zum Mottenschutz.

Schurwolle bei Wellington of Bilmore

Wellington of Bilmore verarbeitet Schurwolle in vielen Kernprodukten, von Harris Tweed über feinen Strick bis zum Wollmantel. Die Faser steht für Wärme, Langlebigkeit und einen britisch inspirierten, zeitlosen Stil und fügt sich in eine Garderobe ein, die auf Qualität und Beständigkeit setzt.

Häufige Fragen zu Schurwolle

Was ist Schurwolle?+

Schurwolle ist neue Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren wird. Der Begriff beschreibt die Herkunft der Faser, nicht die Schafrasse.

Was ist der Unterschied zwischen Wolle und Schurwolle?+

Wolle ist ein Oberbegriff und kann auch recycelte Reißwolle meinen. Schurwolle bezeichnet ausdrücklich neue Wolle vom lebenden, geschorenen Schaf.

Ist Schurwolle kratzig?+

Das hängt von der Faserfeinheit ab. Gröbere Wolle kann kratzen, feine Qualitäten wie Merinowolle sind weich und hautfreundlich.

Wie wäscht man Schurwolle?+

Waschen Sie Schurwolle von Hand oder im Wollwaschgang bei niedriger Temperatur mit Wollwaschmittel. Nicht wringen und liegend trocknen.

Schurwolle oder Merinowolle, was ist besser?+

Merinowolle ist eine feine Art der Schurwolle und besonders weich auf der Haut. Klassische Schurwolle ist oft robuster. Beides hat je nach Einsatz seine Stärken.

Was bedeutet 100 % Schurwolle?+

Die Angabe bedeutet, dass ein Stück vollständig aus neuer, geschorener Wolle besteht, ohne recycelte Fasern oder nennenswerte Beimischungen.

Wärmt Schurwolle auch in feuchtem Zustand?+

Ja. Schurwolle wärmt auch dann noch, wenn sie feucht ist, und eignet sich daher gut für kühle, wechselhafte Bedingungen.