Das Wichtigste in Kürze
Glattleder und Veloursleder: was die Lederarten unterscheidet
Vier Faktoren bestimmen, wie sich eine Lederart anfühlt, aussieht und einsetzen lässt: die Tierart, die Gerbung, das Oberflächenfinish und die Frage, ob die Narbenseite oder die Fleischseite als Außenseite verarbeitet wird. Alle folgenden Angaben beziehen sich auf Bekleidungsleder für Jacken, Westen und Mäntel, nicht auf Schuh- oder Möbelleder.
Die Tierart prägt die Grundeigenschaften. Lammleder ist besonders weich, leicht und geschmeidig. Ziegenleder ist charakteristisch genarbt, sehr reißfest und gleichzeitig leicht. Rinderleder ist dichter, schwerer und sehr widerstandsfähig. Hirsch- und Kalbleder werden seltener verarbeitet und sind in der Regel höherpreisig.
Die Gerbung legt fest, wie das Leder langfristig altert. Chromgerbung ist heute der industrielle Standard und ergibt weiches, farbintensives Leder. Die traditionsreichere pflanzliche Gerbung (vegetabil gegerbt) entwickelt eine ausgeprägte Patina, ist schwerer und im Bekleidungsbereich seltener anzutreffen.
Das Oberflächenfinish entscheidet zwischen Glattleder und Veloursleder. Glattleder zeigt die Narbenseite, also die ursprüngliche Außenseite der Haut, und gibt dem Leder seine glatte Optik; Nappaleder und Nubukleder gehören dazu. Bei Veloursleder wird entweder die Narbenseite leicht angeschliffen (Nubuk) oder die Fleischseite, also die Innenseite der Haut, aufgeraut und nach außen gewendet (klassisches Veloursleder oder Wildleder).
Nappaleder und Lammnappa
Nappaleder ist Glattleder, das seine ursprüngliche Narbenseite zeigt und unverändert oder nur leicht pigmentiert verarbeitet wird. Die Bezeichnung geht auf das kalifornische Napa Valley zurück, wo die Methode im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Nappaleder ist heute der Standard für weiche, glatte Lederbekleidung. Es ist geschmeidig im Griff, fein-glänzend in der Optik und gut färbbar.
Lammnappa ist die aus Lammhaut gefertigte Variante und gilt als besonders edles Bekleidungsleder. Es ist deutlich leichter und weicher als Rind-Nappa und liegt sehr angenehm auf der Haut. Klassische Einsatzgebiete sind hochwertige Lederjacken, Blousons und Damen-Mäntel. Wegen seiner Weichheit ist Lammnappa empfindlicher gegen scharfe Kanten und Reibung als gröbere Leder und benötigt regelmäßige Pflege mit Lederbalsam.
Eine verwandte Variante ist Ziegennappa, also glatte Verarbeitung von Ziegenleder. Sie verbindet die glatte Optik des Nappas mit der charakteristischen Ziegennarbe und der hohen Reißfestigkeit des Ziegenleders.

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Nubukleder und Lammnubuk
Nubukleder ist Glattleder, bei dem die Narbenseite leicht angeschliffen wurde. Das Ergebnis ist eine samtige Oberfläche mit sehr kurzem Flor, die optisch zwischen Glatt- und Veloursleder steht. Der Griff ist weich und warm, die Optik dezent matt. Wichtig zur Unterscheidung: Nubuk ist auf der Narbenseite angeschliffen, klassisches Veloursleder oder Wildleder auf der Fleischseite.
In der Bekleidung wird Nubuk häufig für hochwertige Jacken, Westen und Lederhemden eingesetzt. Lammnubuk ist die feinste Variante und kombiniert die Leichtigkeit von Lammhaut mit der samtigen Anmutung des Nubuk. Der kurze Flor ist berührungsempfindlich: Wasser, Fett und Reibung hinterlassen schneller Spuren als auf Nappa, weshalb Imprägnierung und sanfte Pflege wichtiger sind.
Anmerkung zur Begriffsverwechslung: Der Suchbegriff Nubukleder wird häufig im Zusammenhang mit Schuhen oder Möbeln verwendet. In diesem Ratgeber geht es ausschließlich um Nubuk in der Bekleidung, also als Außenmaterial für Jacken, Westen und Mäntel.

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Veloursleder und Ziegenvelours
Veloursleder, umgangssprachlich auch Wildleder genannt, ist Leder mit aufgerauter Fleischseite. Der Flor ist deutlich länger und gröber als bei Nubuk, die Optik ist matt und rau. Veloursleder wirkt unaufdringlich und maskulin, ist robust und nimmt eine ausgeprägte Patina an. In der klassischen Country-Bekleidung gehört es zu den traditionsreichsten Materialien überhaupt.
Ziegenvelours ist die aus Ziegenhaut gefertigte Variante des Veloursleders. Ziegenhaut bringt zwei besondere Eigenschaften mit: Sie ist trotz geringen Gewichts außergewöhnlich reißfest und behält ihre charakteristische Narbung auch nach dem Aufrauen. Das Ergebnis ist ein leichtes, weiches und gleichzeitig sehr widerstandsfähiges Material. Klassische Einsatzgebiete sind Westen, Country-Jacken und ergänzende Bekleidungsteile, bei denen ein matter, ruhiger Auftritt gewünscht ist.
Zur weiteren Einordnung: Spaltleder ist Leder, das in mehrere Schichten gespalten wurde, und liegt qualitativ deutlich unter Vollnarbenleder. Es wird gelegentlich als günstige Veloursleder-Alternative angeboten, erreicht aber weder die Reißfestigkeit noch die Lebensdauer eines vollnarbigen Ziegenvelours oder eines klassischen Wildleders aus Rind- oder Hirschhaut.

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Lederarten im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Lederarten gegenüber. Sie ist als Schnellübersicht gedacht; die einzelnen Abschnitte oben enthalten die ausführlichen Beschreibungen.
Welches Leder für Lederjacke, Lederweste und Ledermantel
Welche Lederart die richtige ist, hängt vom Kleidungsstück ab, von der gewünschten Optik und davon, wie oft es getragen wird. Ein kurzer Gang durch die wichtigsten Kategorien.
Die klassische Lederjacke lebt von einer weichen, geschmeidigen Anmutung, und dafür ist Lammnappa das naheliegende Material: leicht, anschmiegsam und mit einer Patina, die über die Jahre schöner wird. Bei Wellington of Bilmore findet sich dieses Leder in der Lammleder-Kollektion für Herren, von der sportlich geschnittenen Jacke bis zum Blouson.
Wer es dezenter mag, greift zu Nubuk oder Lammnubuk. Die samtig-matte Oberfläche wirkt zurückhaltender als glänzendes Nappa und fügt sich gut in einen gehobenen Stadt-Look ein. Der Preis dafür ist etwas mehr Sorgfalt bei der Pflege, denn Nubuk reagiert empfindlicher auf Nässe und braucht Spezialbürste und Imprägnierung.
Für die Lederweste im Country-Stil ist Ziegenvelours die traditionelle Wahl. Es ist leicht, matt im Charakter und hält auch häufigem Tragen über Jahre stand. Die Ziegenvelours-Weste für Herren zeigt diese Verbindung aus geringem Gewicht und hoher Strapazierfähigkeit besonders gut.
Ein Ledermantel soll schützen und Form halten. Hier kommen deshalb schwerere Leder zum Einsatz, etwa Rind-Nappa oder pflanzlich gegerbtes Glattleder, die formstabiler sind und Wind und kühler Witterung besser standhalten als die weichen Lammleder. Solche Modelle gibt es als Ledermäntel für Herren und Ledermäntel für Damen.
Zwei Fälle lohnen den genaueren Blick. Der Biker-Stil, die asymmetrische Jacke mit kräftigem Stehkragen und markanten Reißverschlüssen, wirkt in glattem Lammnappa geschmeidig und in Rind-Nappa etwas kerniger; beides gibt es als Biker-Lederjacken für Herren und für Damen. Bei Damen-Lederjacken entscheidet zudem die Länge über den Charakter des Outfits: kurze Schnitte setzen einen modernen, taillenbetonten Akzent, längere Modelle wirken eleganter und mantelnäher.
Und für die kühle Jahreszeit lohnt der Blick auf die wärmenden Varianten, etwa gefütterte Lederjacken oder Modelle mit Fell-Details.
Ledermode bei Wellington of Bilmore
Wellington of Bilmore arbeitet im Lederbereich mit ausgewählten Naturmaterialien: Lammnappa, Lammnubuk und Ziegenvelours. Diese Lederqualitäten verbinden Geschmeidigkeit, warmen Griff und eine edle Optik mit der Langlebigkeit, für die das Haus seit 1899 steht. Das Sortiment umfasst Lederjacken, Blousons, Westen und Mäntel für Damen und Herren in klassischen Heritage-Schnitten.
Häufige Fragen zu Lederarten
Welche Lederarten gibt es?+
Die wichtigsten Lederarten in der Bekleidung sind Nappaleder (Glattleder mit unveränderter Narbenseite), Nubukleder (Glattleder mit angeschliffener Narbenseite), Veloursleder oder Wildleder (Leder mit aufgerauter Fleischseite) und Ziegenleder (charakteristisch genarbt, sehr reißfest). Innerhalb dieser Gruppen sind Lammnappa, Lammnubuk und Ziegenvelours besonders hochwertige Varianten. Außerhalb der Bekleidung kommen weitere Leder zum Einsatz, etwa schwerere Rinderleder für Möbel oder spezielle Schuhleder.
Was ist Nappaleder?+
Nappaleder ist ein glattes Vollnarbenleder, dessen Narbenseite unverändert verarbeitet wird. Es ist weich, geschmeidig und hat eine fein-glänzende Oberfläche. Die Bezeichnung geht auf das kalifornische Napa Valley zurück. Klassische Einsatzgebiete sind Lederjacken, Mäntel und Handschuhe. Lammnappa ist die besonders weiche und leichte Variante aus Lammhaut.
Was ist Nubukleder?+
Nubukleder ist Glattleder, bei dem die Narbenseite leicht angeschliffen wurde. Das Ergebnis ist eine samtig-feine Oberfläche mit sehr kurzem Flor und matter Optik. Im Unterschied zum klassischen Veloursleder ist bei Nubuk die Narbenseite oben, nicht die Fleischseite. Lammnubuk ist die besonders weiche Variante aus Lammhaut. In der Bekleidung wird Nubuk für edle Jacken und Westen verwendet.
Was ist Veloursleder?+
Veloursleder ist echtes Leder mit aufgerauter Fleischseite und wird umgangssprachlich auch Wildleder genannt. Der Flor ist matt und rau, deutlich länger und gröber als bei Nubuk. Veloursleder ist robust, nimmt eine ausgeprägte Patina an und gehört in der Country-Bekleidung zu den traditionsreichsten Materialien. Häufig wird es aus Rind-, Ziegen- oder Hirschhaut gefertigt; die Ziegen-Variante heißt Ziegenvelours.
Was ist Glattleder?+
Glattleder ist Leder, bei dem die Narbenseite, also die ursprüngliche Außenseite der Haut, sichtbar bleibt und dem Material seine glatte Optik gibt. Zu den Glattledern zählen Nappaleder und Nubukleder. Das Gegenstück ist Veloursleder, bei dem die Fleischseite aufgeraut und nach außen gewendet wird. Glattleder ist in der Regel unkomplizierter in der Pflege als Velours- oder Nubukleder.
Was ist der Unterschied zwischen Nappa und Nubuk?+
Nappaleder ist glattes Leder mit unveränderter Narbenseite, fein-glänzend und geschmeidig. Nubukleder ist Glattleder mit leicht angeschliffener Narbenseite, samtig-fein und matt. Beide sind Glattleder, unterscheiden sich aber in Optik und Griff: Nappa ist glatt-glänzend, Nubuk ist samtig-matt. Pflegerisch ist Nappa unkomplizierter, Nubuk braucht Spezialbürste und Imprägnierspray.
Was ist Ziegenvelours?+
Ziegenvelours ist Veloursleder aus Ziegenhaut. Die Fleischseite wird aufgeraut und als Außenseite verarbeitet. Ziegenleder ist trotz geringen Gewichts außergewöhnlich reißfest und behält seine charakteristische Narbung auch nach dem Aufrauen. Das Material ist leicht, robust und matt im Charakter. Klassische Einsatzgebiete sind Westen und Country-Jacken.
Ist Veloursleder echtes Leder?+
Ja, Veloursleder ist echtes Leder. Es entsteht, indem die Fleischseite einer Tierhaut aufgeraut und als Außenseite verarbeitet wird. Anders als bei Glattleder, wo die Narbenseite sichtbar bleibt, sehen Sie bei Veloursleder die innere Lederfaser. Das Material ist häufig aus Rind-, Ziegen- oder Hirschhaut gefertigt. Synthetische Imitate werden als Mikrofaser oder Veloursleder-Imitat bezeichnet und müssen entsprechend ausgewiesen werden.
Welches Leder ist am hochwertigsten?+
Hochwertigkeit hängt vom Einsatzzweck ab. Lammnappa und Lammnubuk gelten in der Bekleidung als besonders edle Leder, weil sie weich, leicht und fein in der Anmutung sind. Ziegenvelours ist die robusteste Variante mit gleichzeitig geringem Gewicht. Vollnarbenleder ist grundsätzlich höherwertiger als Spaltleder, weil es die ursprüngliche Faserstruktur der Haut bewahrt. Entscheidend ist immer die Kombination aus Tierart, Gerbung und Verarbeitung.
Welches Leder eignet sich für Jacken?+
Für klassische Lederjacken ist Lammnappa die häufigste Wahl: weich, leicht, geschmeidig und mit langer Tragetradition. Wer eine etwas zurückhaltendere Optik möchte, greift zu Lammnubuk. Für Country-Jacken oder robustere Modelle sind Veloursleder und Ziegenvelours die typischen Materialien. Ledermäntel werden häufig aus etwas schwererem Rind-Nappa gefertigt, weil sie mehr Formstabilität und Schutz benötigen.










