Lederjacke pflegen und reinigen: Anleitung nach Lederart - Wellington of Bilmore

Lederjacke pflegen und reinigen: Anleitung nach Lederart

Eine Lederjacke richtig zu pflegen und zu reinigen entscheidet darüber, ob sie über Jahre schön altert oder vorzeitig austrocknet, hart wird und Farbe verliert. Dabei zählt nicht die Häufigkeit der Pflege, sondern die richtige Methode für die jeweilige Lederart. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Lederjacken aus Nappa, Lammnappa, Nubuk und Veloursleder pflegen, reinigen und imprägnieren, damit Funktion und Patina lange erhalten bleiben.

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Zuletzt aktualisiert am 13. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lederjacke pflegen heißt: nach Lederart vorgehen. Nappa braucht Lederbalsam, Nubuk und Veloursleder brauchen Spezialbürste und Imprägnierspray.
  • Lederjacke reinigen ohne Extreme: niemals in die Waschmaschine, niemals in den Trockner, niemals an die Heizung.
  • Nasse Lederjacken bei Zimmertemperatur und ohne Wärmequelle trocknen lassen.
  • Imprägnierung zu Beginn der Saison auffrischen, Grundpflege zwei- bis dreimal pro Jahr.
  • Lederjacke hängend lagern, atmungsaktiv und an einem kühlen, dunklen Ort.

Warum eine Lederjacke regelmäßige Pflege braucht

Leder besteht aus einer faserigen Hautstruktur, die natürliche Fette enthält. Diese Fette geben dem Leder seine Geschmeidigkeit und sorgen dafür, dass die Faser elastisch bleibt. Durch Tragen, Reinigen, Sonneneinstrahlung und einfache Alterung verliert das Leder mit der Zeit einen Teil dieser Fette. Es trocknet aus, wird hart und reißt im schlimmsten Fall an besonders beanspruchten Stellen.

Regelmäßige Pflege ersetzt die verlorenen Fette und schützt die Oberfläche vor Wasser und Schmutz. Bei Glattleder erfolgt das durch einen Lederbalsam, der in das Leder einzieht und die Fasern nährt. Bei Nubuk und Veloursleder erfolgt der Schutz durch Imprägnierung und mechanisches Aufrichten des Flors mit einer Spezialbürste; Fett würde die samtige Oberfläche dunkel und fleckig machen. Die zentrale Regel der Lederpflege ist deshalb: Pflege nach Lederart, nicht nach Faustregel.

Gleichzeitig ist Leder ein Material, das mit der Zeit eine charakteristische Patina entwickelt. Falten an Ellenbogen und Schultern, ein leichtes Aufhellen an Kanten, eine gewisse Geschmeidigkeit durch das Eingetragenwerden sind keine Pflegemängel, sondern Ausdruck einer guten Lederqualität. Pflege bedeutet, diese Patina zu erhalten, nicht sie zu beseitigen.

Glattleder und Nappaleder pflegen

Glattleder wie Nappaleder, Lammnappa oder Ziegennappa zeigt seine Narbenseite und ist die unkomplizierteste Lederart in der Pflege. Sie benötigen drei Dinge: ein weiches, sauberes Tuch, einen guten Lederbalsam für Bekleidungsleder und gegebenenfalls eine milde Lederreinigungsmilch für Verschmutzungen.

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Reinigen. Hängen Sie die Jacke auf einen stabilen Bügel. Wischen Sie staubige oder verschmutzte Stellen mit einem leicht feuchten, weichen Tuch in kreisenden Bewegungen ab. Bei stärkeren Verschmutzungen tragen Sie eine kleine Menge Lederreinigungsmilch auf das Tuch, nicht direkt auf das Leder, und arbeiten sie sanft ein. Anschließend mit einem trockenen Tuch nachwischen.

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Trocknen lassen. Lassen Sie die Jacke vollständig an der Luft trocknen, hängend, ohne Wärmequelle. Nicht in der Sonne, nicht an der Heizung, nicht im Trockner.

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Lederbalsam auftragen. Geben Sie eine kleine Menge Lederbalsam auf ein weiches Tuch und tragen Sie ihn in dünner, gleichmäßiger Schicht auf. Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten und in kreisenden Bewegungen. Lassen Sie den Balsam einige Minuten einziehen.

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Polieren. Polieren Sie die Oberfläche mit einem trockenen, weichen Tuch nach. Das Leder gewinnt seinen seidigen Glanz zurück und fühlt sich geschmeidig an.

Frequenz: Bei regelmäßig getragenen Lederjacken empfiehlt sich eine Pflege mit Lederbalsam zwei- bis dreimal pro Jahr, idealerweise vor und nach der Hauptsaison. Lammnappa darf etwas öfter behandelt werden, weil es schneller austrocknet als gröbere Lederarten.

Nubukleder und Veloursleder pflegen

Nubuk und Veloursleder werden grundsätzlich anders gepflegt als Glattleder. Statt Balsam und Fett kommen hier eine Spezialbürste und Imprägnierspray zum Einsatz. Fettende Pflegemittel würden den feinen Flor dunkel und fleckig machen.

Sie benötigen eine Nubuk- oder Veloursleder-Bürste mit Gummi- oder Messingborsten, einen sauberen, weichen Radiergummi (Crepe-Radiergummi) für Flecken und ein Imprägnierspray, das ausdrücklich für Bekleidungsleder ausgewiesen ist.

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Trockenbürsten. Hängen Sie die Jacke auf einen Bügel. Bürsten Sie die gesamte Oberfläche mit der Spezialbürste in eine Richtung. Das richtet den feinen Flor wieder auf und entfernt Staub und lose Schmutzpartikel.

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Flecken behandeln. Behandeln Sie einzelne Verschmutzungen oder Glanzstellen mit dem Crepe-Radiergummi. Reiben Sie vorsichtig in eine Richtung, bis sich die Stelle aufhellt. Anschließend erneut mit der Bürste nachbearbeiten.

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Imprägnieren. Sprühen Sie das Imprägnierspray aus etwa zwanzig Zentimetern Entfernung in dünnen, gleichmäßigen Bahnen auf. Achten Sie auf gut durchlüftete Räume und tragen Sie das Spray außerhalb der Wohnung auf, wenn möglich. Lassen Sie das Spray vollständig einziehen und trocknen, idealerweise über Nacht.

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Nachbürsten. Bürsten Sie die Jacke nach dem Trocknen erneut leicht über, um den Flor wieder gleichmäßig auszurichten.

Frequenz: Eine vollständige Behandlung mit Imprägnierspray empfiehlt sich vor jeder Saison, also typischerweise im Frühherbst. Das Trockenbürsten erfolgt nach jedem Tragen oder zumindest einmal pro Woche bei regelmäßiger Nutzung.

Flecken auf Leder behandeln: was geht, was zum Profi muss

Welche Flecken sich zu Hause behandeln lassen, hängt vor allem von Art und Alter des Flecks ab. Frische Flecken sind nahezu immer beherrschbar, eingetrocknete Flecken oft nur noch teilweise.

Wasserflecken auf Glattleder. Trocknen Sie die Stelle vorsichtig mit einem weichen Tuch, ohne zu reiben. Befeuchten Sie anschließend die gesamte Lederfläche der betroffenen Partie leicht und gleichmäßig, sodass keine harte Trockenkante zurückbleibt. Lederbalsam nach dem vollständigen Trocknen gleicht die Stelle aus. Auf Nubuk und Velours behandeln Sie Wasserflecken durch gleichmäßiges Übersprühen mit Wasser, anschließendes Trocknen an der Luft und gründliches Aufbürsten des Flors.

Fettflecken. Streuen Sie sofort etwas Maisstärke, Talkum oder Babypuder auf den Fleck und lassen Sie das Pulver mindestens vier Stunden, besser über Nacht, einwirken. Anschließend mit einer weichen Bürste entfernen. Bei tieferen Fettflecken ist auch ein zweiter Versuch sinnvoll. Verwenden Sie keinen Reiniger und keinen Lösungsmittel; beides würde das Leder zusätzlich schädigen.

Tintenflecken. Tinte ist die unkooperativste Verschmutzung auf Leder. Frische Tinte können Sie mit einem leicht feuchten Wattestäbchen vorsichtig abnehmen, ohne zu reiben. Trockene Tintenflecken gehören zu einem spezialisierten Lederreiniger. Versuchen Sie nicht, sie mit Hausmitteln zu entfernen, das Risiko der Verfärbung ist hoch.

Salzränder im Winter. Salzränder auf Glattleder lassen sich mit einer schwachen Lösung aus klarem Wasser und einigen Tropfen Essig vorsichtig abnehmen. Anschließend trocken wischen und mit Lederbalsam pflegen. Bei Nubuk und Velours ausschließlich trocken bürsten und mit Crepe-Radiergummi nacharbeiten.

Wann zum Profi: Tiefe Verfärbungen, großflächige Fettflecken, hartnäckige Tintenflecken oder unbekannte Substanzen gehören zu einer professionellen Lederreinigung. Eine klassische chemische Reinigung ist dafür nicht geeignet; suchen Sie gezielt einen Anbieter, der Lederbekleidung als eigenes Servicefeld führt.

Lederjacke pflegen: was Sie niemals tun sollten

Bestimmte Pflegefehler beschädigen Leder dauerhaft. Vier Punkte stehen im Mittelpunkt.

Niemals in die Waschmaschine. Mechanische Belastung, Hitze und Waschmittel zerstören das Leder strukturell. Auch ein Schonprogramm ist nicht geeignet.

Niemals an Wärmequellen trocknen. Heizung, Trockner, Föhn oder direkte Sonne entziehen dem Leder zu schnell Feuchtigkeit. Das Ergebnis sind Schrumpfung, harte Stellen und Brüchigkeit. Leder trocknet bei Zimmertemperatur und mit Luftbewegung.

Keine scharfen Reiniger und Lösungsmittel. Aceton, Nagellackentferner, Alkohol, Spülmittel oder Allzweckreiniger greifen die Oberfläche an, entziehen dem Leder Fett und können Verfärbungen verursachen.

Keine falsche Pflege-Logik. Lederbalsam gehört auf Glattleder, nicht auf Nubuk oder Velours. Imprägnierspray für Funktionsbekleidung ist für Nubuk und Velours geeignet, für Glattleder aber unnötig oder kontraproduktiv. Wer eine Mischung aus Lederarten in der Garderobe hat, schafft sich am besten zwei klar getrennte Pflege-Sets an.

Lederjacke aufbewahren und imprägnieren

Lederjacken werden hängend aufbewahrt, auf einem stabilen, möglichst breiten Bügel, der die Schultern stützt. Schmale Drahtbügel hinterlassen Druckstellen, die sich nicht mehr glätten lassen. Der Aufbewahrungsort sollte kühl, trocken und vor direktem Sonnenlicht geschützt sein. Eine Garderobe in einem warmen, beheizten Flur ist auf Dauer ungünstig, weil das Leder dort schneller austrocknet.

Für die längere Lagerung im Sommer empfiehlt sich ein atmungsaktiver Kleidersack aus Baumwolle. Auf Plastikhüllen sollten Sie verzichten: Leder braucht Luft, sonst kann es schimmeln oder unangenehme Gerüche entwickeln. Vor dem Einlagern wird die Jacke einmal gründlich gereinigt und je nach Lederart mit Balsam gepflegt oder mit der Spezialbürste aufgefrischt.

Imprägnierung erfolgt vor Beginn der Hauptsaison. Bei Nubuk und Velours ist sie zwingend, bei Glattleder optional und vor allem dann sinnvoll, wenn die Jacke häufig im Regen oder bei feuchten Bedingungen getragen wird. Verwenden Sie ausschließlich Imprägniersprays, die für Bekleidungsleder ausgewiesen sind, und achten Sie auf eine fluorfreie Formulierung.

Damen Lederjacke ''Mira'' in grey aus echtem Lammnappa - Wellington of Bilmore

Damen Lederjacke ''Mira'' in grey aus echtem Lammnappa

Ledermode bei Wellington of Bilmore

Wellington of Bilmore führt Ledermode für Damen und Herren mit ausgewählten Naturmaterialien: Lammnappa, Lammnubuk und Ziegenvelours. Wer mehr über die Unterschiede der einzelnen Lederarten und ihre typischen Einsatzgebiete erfahren möchte, findet die detaillierte Übersicht im Material-Ratgeber Lederarten im Vergleich: Nappa, Nubuk, Velours und Ziegenleder.

Häufige Fragen zur Lederjacken-Pflege

Wie oft sollte man eine Lederjacke pflegen?+

Bei regelmäßig getragenen Lederjacken empfiehlt sich eine Grundpflege zwei- bis dreimal pro Jahr, idealerweise vor und nach der Hauptsaison. Glattleder bekommt dabei Lederbalsam, Nubuk und Velours werden gebürstet und imprägniert. Zwischen den Grundpflegen genügen kurzes Abwischen oder Aufbürsten nach dem Tragen. Lammnappa darf etwas öfter behandelt werden, weil es schneller austrocknet als gröbere Lederarten.

Wie reinige ich eine Lederjacke?+

Glattleder wie Nappa wird mit einem leicht feuchten, weichen Tuch in kreisenden Bewegungen abgewischt; bei stärkeren Verschmutzungen kommt eine milde Lederreinigungsmilch zum Einsatz, die nie direkt auf das Leder, sondern auf das Tuch gegeben wird. Nubuk und Veloursleder werden mit einer Spezialbürste trocken aufgebürstet und mit einem Crepe-Radiergummi punktuell nachgearbeitet. Waschmaschine, Trockner und chemische Reinigung sind nicht geeignet.

Womit fettet man Leder ein?+

Glattleder wird mit Lederbalsam für Bekleidungsleder gepflegt. Tragen Sie eine kleine Menge mit einem weichen Tuch in dünner, gleichmäßiger Schicht in kreisenden Bewegungen auf, lassen Sie den Balsam einige Minuten einziehen und polieren Sie die Oberfläche nach. Reines Lederfett ist für Bekleidung meist zu schwer und kann die Optik verändern; es wird eher für Schuhe und Outdoor-Stiefel verwendet. Nubuk und Velours werden grundsätzlich nicht eingefettet.

Wie reinigt man Nubuk- oder Veloursleder?+

Mit einer Nubuk- oder Veloursleder-Bürste mit Gummi- oder Messingborsten. Bürsten Sie in eine Richtung, um den Flor aufzurichten und Schmutz zu lösen. Einzelne Flecken bearbeiten Sie mit einem Crepe-Radiergummi, der den Flor sanft anhebt. Imprägnierspray vor Beginn der Saison schützt zusätzlich. Fettende Pflegemittel sind ungeeignet, weil sie den Flor dunkel und fleckig machen.

Kann man eine Lederjacke waschen?+

Eine Lederjacke gehört nicht in die Waschmaschine. Wasser, Waschmittel, Hitze und mechanische Belastung verändern die Lederstruktur dauerhaft. Auch ein Schonprogramm ist keine Lösung. Die richtige Methode ist Reinigung mit einem feuchten Tuch beziehungsweise einer Spezialbürste, je nach Lederart. Für tiefe Verschmutzungen ist eine spezialisierte Lederbekleidungsreinigung der einzig sinnvolle Weg.

Was tun bei einer nassen Lederjacke?+

Nehmen Sie die Jacke ab, schütteln Sie sie kurz aus und hängen Sie sie auf einen breiten, stabilen Bügel an einem belüfteten Ort bei Zimmertemperatur. Niemals auf der Heizung, im Trockner oder in praller Sonne trocknen. Sobald die Jacke vollständig trocken ist, pflegen Sie Glattleder mit Lederbalsam nach, weil Nässe Fett aus der Faser zieht. Nubuk und Velours werden nach dem Trocknen mit der Spezialbürste neu aufgerichtet.

Wie pflege ich Lammnappa?+

Lammnappa ist Glattleder und wird mit Lederbalsam für Bekleidungsleder gepflegt. Wegen seiner Weichheit darf die Pflege etwas häufiger erfolgen als bei gröberen Ledern, typischerweise dreimal pro Jahr. Achten Sie auf kleine Mengen Balsam und dünne, gleichmäßige Aufträge, weil Lammnappa empfindlicher auf zu starke Behandlung reagiert. Reinigungsmilch nur sparsam einsetzen und immer über das Tuch auftragen, nicht direkt auf das Leder.

Kann ich meine Lederjacke reinigen lassen?+

Ja, spezialisierte Lederbekleidungsreinigungen übernehmen aufwendige Reinigungen und Pflegearbeiten. Eine klassische chemische Reinigung mit Perchlorethylen oder ähnlichen Lösungsmitteln ist allerdings nicht geeignet; sie greift Farbe und Fettstruktur des Leders an. Suchen Sie gezielt einen Anbieter, der Lederbekleidung als eigenes Servicefeld führt und Erfahrung mit unterschiedlichen Lederarten hat. Vor der Übergabe lohnt eine kurze Beratung zur konkreten Lederart und zum gewünschten Ergebnis.

Welche Hausmittel helfen wirklich bei Leder?+

Wenige, und nur in eng begrenzten Fällen. Maisstärke oder Babypuder ziehen frisches Fett aus Glattleder. Eine schwache Lösung aus Wasser und einigen Tropfen Essig kann winterliche Salzränder auf Glattleder lösen. Ansonsten gilt: Allzweckreiniger, Spülmittel, Alkohol, Aceton oder unbekannte Hausmittel haben auf Leder nichts verloren. Sie können die Oberfläche dauerhaft schädigen und die Farbe verändern.